16.07.2009

Experiment: Eigener Blog in fünf Tagen?!

von admin in Allgemein


Die Kamera in den Händen, der Stift gezückt. Technisch ausgestattet, mitten im Geschehen und doch fehlt das Wichtigste im journalisten Dschungel. Wäre da nicht Fern Morbach, Chefredakteur von wort.lu, dem Internetportal von Luxemburgs führender Tageszeitung. Er schürt unser Sprachgefühl und weist uns den rechten Weg.

Die Sprache ist unser Werkzeug während der Sommerakademie in Echternach. Laut Fern muss die Sprache als Handwerk erlernt werden, genauso wie jedes andere. Sofort lässt er uns spüren, wie wichtig es ist, den Umgang mit der Sprache zu beherrschen.

Von den Fehlern der Profis lernen

Charmant, gewitzt und kritisch wählt Fern Beispiele  aus aktuellen Onlineportalen, sogar aus www.wort.lu, die zeigen, wie man es besser nicht machen sollte. Direkt und eindeutig ist sein Urteil, was Interesse weckende oder Leser abschreckende Texte betrifft.
Kürze, Würze und Schnelligkeit. Drei unumstößliche Tugenden.
Weniger als 30 Sekunden entscheiden, ob der user gebannt “mehr” will und klickt, um den vollständigen Artikel zu lesen, oder nicht.Teaser und Überschrift übernehmen hier entscheidende Schlüsselfunktionen, andere beanspruchen Bild- und Textanordnung für sich.
Ein weiteres Tabu ist die Häufung von Zahlen in Texten. Denn sie ist tödlich für den Lesefluss.

Learning by doing

Selbst die praktische Übung, neutrale Meldungen selber zu texten, kann zum Problem werden, wenn unter Zeitdruck die notwendige Konzentration fehlt.
Als leichten Einstieg fordert unser Dozent Fern jeden von uns auf, aktuelle Nachrichten vom Vortag zu benennen. Anfangs stockend reicht unsere Palette schließlich von der Pressekonferenz im Trifolion über ein Fußballdisaster zwischen dem FC 91 und Lettland bis zu einem Leichenfund in Wittlich. Dass Fern von seiner eigenen Aufgabe, diese Meldungen auf einer Skala von 1 bis 5 zu bewerten, abweicht, indem er diese Skala drastisch über- oder unterschreitet, lässt uns schmunzeln.

Ethik des Journalismus

Anhand einer aktuellen und zugleich dreisten Pressemeldung des Flughafens Frankfurt-Hahn im Hunsrück, die an eine Lüge grenzt, demonstriert uns Fern unsere Aufgaben und Pflichten als potentielle Journalisten. Schon die Überschrift “Passagierentwicklung über Marktiveau” ist eine krasse Übertreibung der Zustände, denn der Flughafen Hahn hat im Vergleich zum Vorjahr fünf Prozent seiner Passagierzahlen im ersten Halbjahr 2009 eingebüßt. Die Pflicht des Journalisten ist es, in solchen Fällen einzuschreiten und die Geschehnisse ins rechte Licht zu rücken.

Vom richtigen Umgang mit Datenmaterial aus dem Internet

Ob kopierte Bilder, gezogene Musik oder nicht gekennzeichnete Zitate, sobald wir sie auf unseren Blogs veröffentlichen, ist es Datenraub, sogar noch 70 Jahre nach dem Tod des Eigentümers. Also aufgepasst, denn sonst wird es teuer.
Bei illegal heruntergeladener Musik, die auf Blogs veröffentlicht wird, kann Schadensersatz einklagt werden. In Extremfällen geht dies in die Tausende.
Und ein kleiner Trick: Um dies zu vermeiden, sollten die gewünschten Bilder, Texte oder Videos von dem eigenen Blog auf ihre Ursprungsseite verlinkt werden.

Knackiges Design - das Mittel zum Zweck

Tim, Meister der Kabel und Rechner, ergreift erneut das Ruder um die “Laien” für das spannende Surfen im Internet seetauglichen zu machen .
Prinzipiell unterliegt die technische Seite der Gestaltung der Logik.  Sobald dieses Grundprinzip fest in unseren Schädeln verankert ist, ist der Kreativität keine Grenze mehr gesetzt. Individuelles und aktives Arbeiten ist unsere Beschäftigung für die nächsten Stunden und der Ausklang dieses Arbeitstages.

Spaß an der Arbeit und gute Drähte zu den Dozenten sind unsere Ausdauer.

In der Sommerakademie haben wir in kürzester Zeit gelernt, eigene Texte, Bilder oder Videos zu produzieren und zu veröffentlichen. Das Experiment: “Blog in fünf Tagen” ist somit geglückt. Mit diesem praxisorientierten Crashkurs in Sachen Onlinejournalismus starten wir im Internet unseren erfolgreichen Blog


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