Bibi Krings (Produzentin, Autorin und Journalistin) gibt
uns Tipps und führt uns in die Geheimnisse guter Moderation ein.
Gemeinsam erarbeiten wir uns ein starkes, selbstbewusstes
Auftreten.
Das Thema lautet: “Sicher vor der Kamera”. Bibi Krings weiß, wovon sie spricht. Als ehemalige Produzentin von Kinder- und Jugendprogrammen für RTL, ARD, ZDF und SuperRTL, ist sie eine Referentin mit viel praktischer Erfahrung. Im Moment zeigt sie auch Einsatz am eigenen Herd, denn sie arbeitet an ihrem ersten Kochbuch für Luxemburg.
Ein Sprung ins kalte Wasser
Nach zwanzig Minuten Präsentation folgt die erste praktische Übung. Bibi will, dass sich jeder einzelne Kursteilnehmer vordie Kamera stellt und erzählt, was er sich von der Medienakademie erwartet. Nach Lina folgt Selma und dann ich. Ich bin ziemlich aufgeregt. Es liegt wahrscheinlich daran, dass ich mich jetzt vor professioneller Jury beweisen muss. Es ist ja nicht das erste Mal, dass ich auftrete oder vor einer Kamera stehe. Trotzdem finde ich es angebracht, mich emotional so gut wie möglich darauf vorzubereiten. Ich beobachte Lina und Selma genau und achte auf ihre Fehler, um diese bei mir zu vermeiden. Ich rede, wie übrigens Alle von uns, zu schnell. Das Mikrofon halte ich zu nah am Mund und zeige viel zu wenig Mimik. Bibi macht uns Mut: Auftritte vor der Kamera brauchen viel Übung
Bild: Jil Hinterscheid
“Oma plaudert wieder aus dem Nähkästchen…”
Das behauptet Bibi von sich selbst scherzhaft, als sie uns von ihren eigenen Anfängen im Journalismus erzählt. Vor der Kamera müssen, laut Bibi, alle Ängste und Sorgen ausgeblendet werden. Ganz wichtig: 100 Prozent auf
Sprechen und Stimme konzentrieren. “Learning-by-doing” ist hier die beste Strategie. Damals bei RTL war dies noch eine Selbstverständlichkeit, die heute nicht mehr möglich ist, da die Ansprüche gestiegen sind. Wir lernen, dass auch unansehliche Menschen vor einer Kamera gut rüber kommen können. Scherzhaft fallen im Raum einige Namen, die ich aus Persönlichkeitsgründen nicht nennen will. Es geht viel mehr darum authentisch zu wirken, und das kann und muss jeder im Alltag üben.
Wie komme ich von Luxemburg nach Hollywood?
Nach einer Kaffeepause will Bibi etwas mehr über uns erfahren. Sie will wissen, wer wir sind, was wir tun, und wie wir zur Sommerakademie gekommen sind? Ich erzähle von meiner Arbeit im luxemburger Filmgeschäft. Bei drei Prodktionen (Dust, House of boys und Pido Perdòn) habe ich bisher als Location Assistant der Crew mit Rat und Tat zur Seite gestanden und geholfen, wo ich konnte. Das Thema Film hat mich schon früh interessiert und auch als Statist habe ich vor der Kamera gestanden. Sie gibt mir Tipps wie ich weiter machen soll und nie aufgeben darf auf dem Weg in die Filmbranche. Ihre persönlichen Kontakte zu luxemburger Produzenten könnten da eine Hilfe sein
Bild: www.imdb.de Üben, üben, üben….
Zum Schluss noch ein paar Entspannungs- und Stimmübungen mit Bibi. Mit Kugelschreiber zwischen den Vorderzähnen verbessern wir unsere Aussprache. Weiter geht´s mit Make-up und Styling-Tipps. Danach können wir uns alle über unsere Verbesserungen freuen, als wir die Übung das zweiten Mal durchführen. Und wie gefällt Euch mein VIDEOAUFTRITT?
8:45 Uhr Montag morgen. Ich stehe vor dem Trifolion in Echternach. Parkplätze gibt es hier auch, alle leider gebührenpflichtig. Fünf Minuten später stehe ich immer nach alleine vor der großen Glastür. Langsam werde ich nervös. Schnell ein Anruf nach Hause. Ja, heute soll die Medienakademie 2009 Punkt Neun beginnen. Tja, was mache ich jetzt? Ein freundlicher Echternacher führt mich zum Nebeneingang. Leider weiss der Pförtner von keiner Veranstaltung und geht mit mir in den dritten Stock. Dort hält mich Konstantin Grosse, vom Markeing, für einen RTL Radio Mitarbeiter. Nachdem ich diese Verwechselung richtigstelle, gehen wir zu Zweit auf die Suche nach anderen Teilnehmern. Hopla, da kommen uns wirklich welche entgegen.
Thomas Vatheuer führt uns in den Seminarraum. Er bietet uns - als Ältester - sofort das du an. Nachdem das Organisatorische beendet ist, bekommen wir auch schon unsere erste Aufgabe. Jeder soll seinen Sitznachbarn vorstellen. Hannah, 18 Jahre, stellt mich mit der Überschirft: “Kinder & Karriere, für Selma kein Problem” vor.
Bevor wir unsere ersten Texte schreiben dürfen, sollen wir einige Grundregeln beim Schreiben beachten: Erst eine Überschrift, knackig und pfiffig, dann eine kleine Zusammenfassung, den sogenannten Lead. Aktuelles sollte am Anfang kommen und der Rest danach. Zwischenüberschriften lockern den Text auf.
Bloggen, Twittern und Netzwerken
Thomas führt uns eine Power Point Präsentation zu Web 2.0 vor. Er scheint von diesem Thema sehr angetan zu sein. Wir erfahren, wie ein Blog funktioniert, was man unter twittern versteht und was Communities sind.Wir schauen uns das Twitterprofil vom Hollywood Schauspieler “Ashton Kutcher” an. Ich bin offensichtlich die Einzige, die lächelt. 2,4 Millionen User haben bisher seine Seite besucht. Wie schafft er das als eine einzige Person? Das ist schon Wahnsinn! Fachmännisch bekommen wir erklärt, dass verschiedene Portale wie youtube.de, twitter.com oder im Businessbereich xing.de dies ermöglichen.
Der User als Startpunkt einer Wertschöpfungskette?
Und wie verdiene ich jetzt Geld mit dem, was ich ins Internet stelle? Durch die User, die meine Seite anklicken. Dadurch erhöht sich mein Bekanntheitsgrad und ich werde für Werbeabteilungen interessant. Ich erschaffe mich sozusagen selbst.
Nach der Mittagspause geht es wieder los. EDV- und Medienprofi Tim übernimmt. Jetzt dürfen diejenigen, die noch keine eigene Internetseite haben, sich einen Namen aussuchen und diesen bei einem Provider anmelden. Mit einem Bildbearbeitungsprogramm mache ich aus Johnathan Meese, ein berühmter Künstler, einen Teufel, der aus einer Badewanne Erdbeeren isst.
“Dies ist wieder zu dunkel!”
Thomas schaut sich Fotos an und beurteilt diese, gibt Tipps, und schickt Jil zum dritten Mal mit der Digitalkamera los. Heute mussten wir alle schwitzen: Interviews führen, Kollagen erstellen, Audiofiles schneiden und fotografieren. So lernen wir schon am ersten Seminartag den anstrengenden Arbeitsablauf eines Online-Jounalisten kennen.